20. Januar 2021
Der öffentliche Nahverkehr heißt so, obwohl die Mehrheit Auto (oder Fahrrad) fährt. Es gibt öffentlich-rechtliche Medien, obwohl die meisten auf RTL oder Netflix umgeschaltet haben. Ohne öffentliche Einrichtungen zerfällt jede Gesellschaft in sich gegenseitig verdrängende Interessengruppen. In gleicher Weise braucht es auch die Volkskirche als öffentliche Kirche! Auf der Rheinischen Landessynode wurde dagegen das Ende der Volkskirche ausgerufen. Grund dafür ist zum einen die fatale...
12. Januar 2021
Kommentar zum Präsesbericht auf der Rheinischen Landessynode 2020. Manfred Rekowski wird von mir sehr geschätzt. Zum einen, weil er in seiner Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit und Entschlossenheit ein wirklich großartiger Präses ist, dessen Amtszeit leider bald zu Ende geht. Zum anderen, weil ich ihm auch persönlich viel zu verdanken habe. Nach meiner schweren Krise 2007/8 war er einer derjenigen, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass ich damals den Pfarrdienst in der Rheinischen...
19. Dezember 2020
"Die Zeit der Volkskirche ist vorbei" - diese resignierte Schlussfolgerung ziehen Kirchen-Verantwortliche gerne aus dieser Entwicklung. Das Problem ist nur die von Verwechslung von Volkskirche und Mehrheitskirche.
11. November 2020
Das jiddische Wort "Chuzpe" ist ins Deutsch kaum zu übersetzen. Es stammt vom hebräischen chuzpáh = Frechheit, Anmaßung ab. Es meint ein ein unverfrorenes, dreistes, unbeeindrucktes, geschicktes, aber irgendwie charmantes und bewundernswertes Verhalten. Ein berühmtes Beispiel für Chuzpe ist der Hauptmann von Köpenick.
07. November 2020
1. Thessalonicher 5: 1 Von den Zeiten aber und Stunden, Brüder und Schwestern, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; 2 denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. 3 Wenn sie sagen: »Friede und Sicherheit«, dann überfällt sie schnell das Verderben wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entrinnen. 4 Ihr aber seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme. 5 Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder...
07. November 2020
Die 1920ger-Jahre waren für die evangelische Kirche eine schwierige Zeit. In mancher Hinsicht gab es Parallelen zur Gegenwart. Schon damals waren große Teile der Bevölkerung dem kirchlichen Leben entfremdet. Auch damals hatte die Kirche mit massiven Finanzproblemen und mit Pfarrermangel zu kämpfen. Es stellte sich die Frage, ob die Kirche noch Volkskirche war. Sie war viele Jahrhunderte Staatskirche und wurde wie eine Behörde geführt. Mit der Weimarer Verfassung wurde sie zur...
15. Oktober 2020
In Zeitzeichen Da ist sie wieder, die falsche Alternative, die die ganze Diskussion seit 2006 begleitet. Hier lautet sie nun: Resignation oder Innovation. “Deshalb muss auch zuallererst im Gottesdienst erkennbar werden, aus welchem Geist heraus wir unsere Kirche gestalten, bewahren und erneuern wollen – aus einem Geist der Resignation oder der Innovation“, schreibt Huber, und weiter: “Ich sehe einen solchen resignativen Ton dort, wo die Debatte über die Mitgliederzahlen das kirchliche...
09. Oktober 2020
Wir haben uns gefragt, ob es angesichts der vielen und scharfen kritischen Kommentare zu den "Elf Leitsätzen" auch mal eine Stimme gibt, die sich mit Ihnen identifiziert und sie ausdrücklich befürwortet. Nun gibt es sie mit dem Kommentar tatsächlich. Und nicht nur das. Erfreulicherweise wird auch sichtbar, wo Kritiker und Fürsprecher dieses Papieres aneinander anknüpfen können und miteinander weiterdenken können.
01. Oktober 2020
Gelegentlich wird die Vermutung geäußert, dass die Menschen - Pfarrerinnen und Pfarrer eingeschlossen - in den Kirchengemeinden und die Mitarbeitenden in der EKD und rund um das Kirchenamt in Hannover in verschiedenen Welten leben, die kaum etwas miteinander zu tun haben und dass zwischen ihnen Sprachlosigkeit herrscht. Hier stelle ich zwei Texte nebeneinander, die diesen Eindruck unterstreichen.
26. August 2020
Jesus hatte Petrus nicht widersprochen, als dieser ihm zurief: Du bist der Christus. Aber er hatte kein Interesse daran, dass dieses Bekenntnis zum ihm als den Gesalbten und Davids- bzw. Gottessohn öffentlich wurde. Der Grund dafür war ganz einfach: Das hätte Erwartungen geweckt, die im Widerspruch zu dem standen, was Jesus selbst erwartete. In einem Lied aus dieser Zeit aus einer Liedersammlung mit dem Namen "Psalmen Salomos" stammen diese Zeilen: "Sieh, Herr, und erwecke ihnen ihren...

Mehr anzeigen