05. Dezember 2018
Martin Luthers kleine Schrift "von der Freyheyt eyniß Christen menschen". hat 2020 ihren Fünfhundertsten. Wer wissen will, was evangelisch ist, braucht eigentlich nur sie zu lesen. Da steht alles drin. Ich beschäftige mich dieser Tage viel mit der Freiheit der Gemeinde und der Freiheit des Pfarramtes. Beides hängt eng mit der Freiheit eines Christenmenschen zusammen.
18. November 2018
Der judenchristliche Prophet Johannes schreibt an sieben Gemeinden in Kleinasien. Sie stecken in der Krise. Angefeindet, belastet von inneren und äußeren Konflikten und auch ein bisschen ausgebrannt brauchen sie eine neue Perspektive. Und die hat Johannes!
06. September 2018
Irgendwann muss es gut sein. Alles hat seine Zeit. Wunden lecken hat seine Zeit. Aber die ist dann auch mal vorbei. Ich habe soviel mit meiner Kirche erlebt, was mich verletzt hat. Was es schwer macht, die evangelische Kirche noch als Heimat anzusehen - was sie mir, in einem Pfarrhaus aufgewachsen, von Kindesbeinen an war. Aber sie bleibt meine Heimat. Die spröde, gealterte, kranke evangelische Kirche. Seine Mutter schickt man nicht so leicht aufs Altenteil. Und es gibt einen Ausweg aus...
13. August 2018
Babylonische Gefangenschaften sind nicht nur das Ende von etwas, was sich überlebt hat, sondern der Anfang von etwas Neuen. Sie sind Zeiten großer Verunsicherung und großer Chancen. Nicht geplant und unerwartet, dafür umso intensiver werden Kreativität, Leidenschaft und Entschlossenheit frei gesetzt.
20. Juli 2018
Es war ja so erwartet worden. Wieder 660.000 Kirchenmitglieder weniger. Jetzt kommen sie wieder und geben sich abgeklärt wissend, als seien sie überhaupt nicht überrascht, sind sie ja auch nicht, und verkünden in vorgetäuschter stoischer Gelassenheit, was sie ja schon immer gewusst haben: Tja, die Zeit der Volkskirche ist eben vorbei. Das erinnert mich an die Klimawandel-Leugner: Irgendwann ist der Klimawandel nicht mehr zu leugnen, aber die Klimawandel-Leugner geben nicht auf zu leugnen....
16. Juli 2018
Sechs Wochen ist das jetzt her, da habe ich anlässlich meiner Verabschiedung zum letzten Mal im Altenberger Dom gepredigt. Das war mein letzter Sonntagsgottesdienst. Seitdem war ich nicht ein einziges Mal mehr am Sonntag in der Kirche. Ich habe den Gottesdienst nicht vermisst. Dafür habe ich den freien Sonntag entdeckt. Zeit haben. Nichts müssen. Das ist so was kostbares. Warum soll ich das für einen Gottesdienst hergeben? Dafür müsste es gut Gründe geben. Aber meine Gottesdienste waren...
08. Juli 2018
“Eine zentrale Botschaft des Neuen Testaments lautet: Fürchtet euch nicht! Wer aber aus Furcht Schulen schließt und seine Gemeinde heimatlos macht, reißt Brücken ein und wird bald vor leeren Kirchenbänken predigen.“ Das stellt DIE ZEIT (von dieser Woche, Nr. 28/2018, Rainer Esser: “Die Vertreibung der Katholiken“) im Blick auf die geplante Schließung von fünf katholischen Schulen in Hamburg fest. Ersetzt man das Wort “Schulen“ durch das Wort “Kirchen“ ersetzt, passt...
02. Juli 2018
Im Zentrum des Christentums steht der Glaube und tief drinnen im Glauben findet sich viel Mut. Denn sich auf Gott zu verlassen, den man ja bisher vielleicht nicht kannte, sich auf einen Unbekannten einzulassen - das erfordert echten Mut. Für schwache Nerven ist das nichts. Man muss nur mal durch die Erzählungen der Evangelien blättern - wie viel Mut verlangt Jesus da von denen, die sich auf ihn einlassen! Ängstliche, Verzagte und Mutlose sind da fehl am Platz. “Gott hat uns nicht gegeben...
29. Juni 2018
Der "Initiativkreis Bruderkirche" - eigentlich der Kern der Gemeinde, die sich in der Bruderkirche in Düsseldorf Bilk versammelt - und die "Presbyterian Church of Ghana", die ebenfalls dort - in der Mittagszeit - ihre Gottesdienste feiert, bilden inzwischen eine Art Schicksalsgemeinschaft. Das gemeinsame Schicksal ist der geplante Abriss ihrer Kirche, gegen den sie sich - vergeblich - seit zweieinhalb Jahren wehren und dessen Sinn sie bis heute nicht nachvollziehen können. Noch bis August...
25. Juni 2018
Sie galt mal als reaktionär, die Michaelsbruderschaft, mindestens aber als rückwärtsorientiert. Man sagte ihr katholisierende Tendenzen nach. Die Sprache der Gründungs-Dokumente ist ein wenig schwülstig (Zwanziger-Jahre!). Was für ein Verhältnis sie zur Bekennenden Kirche und zum Dritten Reich hatte, ist mir bisher nicht so recht klar geworden. Ihr führenden Köpfe fanden nicht immer Anschluss an die Fortentwicklung der evangelischen Theologie. Was treibt mich dorthin, der ich mich...

Mehr anzeigen